Regen-Bilder

Die „Regen-Bilder“ von Herbert F. Rauh, die er unter Anderem für seine Homepage ausgewählt hat, zeigen allesamt Köpfe. Oder sollte man sagen: Landschaften?

Denn offenbar hat der Dreiklang Tinte, Regen und Aquarell Linien und Flächen geschaffen, denen etwas Erdhaft-Organisches zu eigen ist. Diese Köpfe mit ihren Hebungen, Senkungen, Verdichtungen, Schattierungen, ihrem Spiel von Licht und Schatten können durchaus morphologisch, als Strukturen der Natur betrachtet werden.

Dass diese Porträts alle leben, ist der Methode zu verdanken, der Herbert F. Rauh sich bedient. Er setzt die Tintenzeichnungen dem Regen aus. Aus den daraus resultierenden Auflösungserscheinungen können Formen entstehen, die dann, im weiteren Malprozess, zum Charakteristischen eines Menschen wieder verdichtet werden.

Herbert F. Rauh benutzt gleichsam eine Erscheinungsform der Natur, - den Regen – um das Statische in der Kunst zu überwinden. Dies geschieht in einer dialektischen Bewegung: Die Ordnung der Ursprungszeichnung wird durch das Chaos des Regens aufgehoben. Gleichzeitig entspringt durch die Vereinigung beider etwas Drittes, indem sowohl Ordnung als auch Chaos enthalten und damit bewahrt sind.

Aus dem ewigen Widerstreit dieser konstitutiven Lebensprinzipien ensteht durch menschliche Gestaltung eine neue schöpferische Leistung.

„Textauszüge von Hubert Brunträger über Herbert F. Rauhs Regen-Bilder“